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Zum ersten Mal Heliskiing: Meine unvergessliche Tour zu Mike Wiegele

Einige «erste Male» verdrängt man, manche vergisst man und an andere denkt man sein ganzes Leben. Ich erinnere mich noch heute an meinen ersten Heliskiing-Trip im Jahr 1985, als ob es gestern gewesen wäre. Dabei wusste ich bis zu meiner Ankunft in der Mike Wiegele-Lodge nicht einmal, ob ich überhaupt mit auf den Berg fliegen darf.

Man vermenge feinsten Powder, scheinbar unberührte Hänge in der malerischen Umgebung der Gebirgszüge Monashees und Cariboos, blauen Himmel und einen Helikopter. Und es kommt dabei heraus: eines der schönsten und spannendsten Erlebnisse meines Lebens – Heliskiing!

Wieso Heliskiing?

Ich hatte genug von den oft überfüllten Pisten in den Alpen und nach zwei oder drei schneearmen Wintern in Folge wollte ich endlich wieder einmal Pulverschnee fahren. Richtig tief eintauchen in bodenlosen Powder. Und ja, da waren auch die Szenen von den Warren Miller-Filmen, welche sich in meinen Kopf eingebrannt hatten.

Auf gut Glück nach Kanada

Wie oft liefen die Bilder eines möglichen Heliskiing-Erlebnisses in meinem Kopf ab? Wie oft habe ich mir ausgemalt, die glitzernden Hänge hinunterzuschweben? Was fehlte, waren die eigenen Eindrücke. Ich wollte schliesslich selbst aus dem Heli klettern, meine Powder-Latten anschnallen und mich in der weissen Wildnis Westkanadas durch den Tiefschnee jagen. Also liess ich meinen Gedanken endlich Taten folgen. Ursprünglich meldete ich mich bei Kootenay Heliskiing an. Doch schrieben mir diese rund vier Wochen vor Antritt der Reise, dass die Woche dort leider ausfiele und sie schliessen würden. Was zunächst frustrierend war, stellte sich im Nachhinein als Glücksfall heraus. Also buchte ich Hals über Kopf eine Standby-Woche. Das bedeutete 50 Prozent Rabatt, aber Heliskiing nur, wenn es Platz gebe. Mein Motto also: «All in or nothing!». Inspiriert durch den Film «7 Days in Paradise» von Warren Miller wählte ich Mike Wiegele als Anbieter. Der nach Kanada ausgewanderte Österreicher ist bis heute eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten im Heliskiing-Business und einer der letzten noch aktiven Pioniere des Heliskiing-Business. Ich buchte also dieses «Schnäppchen» und flog nach Kamloops, ohne zu wissen, ob sich mein Traum überhaupt erfüllen würde.

Reise mit unvorhersehbarem Ende

Mit rund sechs Stunden Verspätung kam ich gegen Mitternacht an, nahm meinen Mietwagen in Empfang und fuhr nunmehr im strömenden Regen drei Stunden lang auf dem Yellowhead Highway Richtung Norden nach Blue River. Dem einen oder anderen Koffeingetränk sei Dank: Gegen drei Uhr morgens kam ich tatsächlich in jenem Blue River an, wo sich heute das Heli Dorf der Mike Wiegele Lodge befindet. Damals war das alles noch längst nicht so luxuriös. Ich klingelte den Innkeeper heraus. Der übergab mir den Schlüssel und meinte, Frühstück sei um halb acht. Anschliessend erfolge das Briefing. Mit ein wenig Glück hätte es dann vielleicht auch noch Platz für mich. Es war also weiterhin unklar, ob sich diese weite, anstrengende Reise um den halben Globus überhaupt gelohnt hatte.

Nach einer kurzen Nacht und ohne grosse Aussicht darauf, dass es zum Heliskiing geht, spielte sich bei meinem ersten Blick nach draussen Folgendes ab: Die Sonne schien, am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen und es hatte fast bis ins Tal geschneit. Ich war mir zunächst unsicher, ob ich noch träume oder der wenige Schlaf mich etwas verrückt gemacht hatte. Aber es war tatsächlich real. Ich befand mich inmitten der heute grössten Heliskiing-Lodge der Welt und vor mir lagen die besten Bedingungen zum Skifahren, die auf dieser Welt existieren. Es kam Freude auf, die jedoch noch immer vom Schleier der Ungewissheit umhüllt wurde. Denn es war ja weiterhin unsicher, ob es überhaupt einen Platz für mich geben würde. Nach dem Frühstück erwartete mich dann zunächst Dienst nach Vorschrift: Ein Guide gab mir ein theoretisches Briefing, gefolgt von der praktischen Anwendung hinter dem Hotel, wo die Handhabung des LVS-Gerätes erklärt und geübt wurde. Noch immer war ich «auf Nadeln». Doch dann, kurz vor neun Uhr, die erlösende Nachricht: Es gibt einen Platz!

Sofort holte ich die zwei Meter langen K2 Skier und lief zum Helipad, der gleich gegenüber beim Heli-Village zum Abheben bereitstand. Hier lernte ich dann auch die anderen Gäste kennen. Unter anderem den Amerikaner David Volkmann, mit dem ich bis heute regelmässig zusammen Powder-Hänge hinunterschwebe.

Heliskiing im Champage-Powder ist zweifellos ein „Once-in-a-lifetime“-Abenteuer. Wobei “Once-in-a-lifetime“ nicht ganz richtig ist. Wer es einmal erleben durfte, will es immer wieder. Es besteht akute Suchtgefahr!

Martin Weber

Als es los ging, pochte mein Herz wie wild. Wie verrückt und wahnsinnig war diese Reise? Ich spürte eine Freude wie selten in meinem Leben. Dieses Herzpochen und diese Glücksgefühle haben sich übrigens bis heute nicht gelegt. Nach 17 Abfahrten und 51 000 Höhenfuss war ich definitiv angefixt und hatte bereits nach einem einzigen Traumtag die Hälfte meiner inbegriffenen Höhenmeter verfahren. Ich konnte jeden Tag das faszinierende, nie langweilig werdende Heliksiing geniessen und bezahlte am Ende der Woche die viel zu vielen Höhenmeter sehr gerne mit Kreditkarte. Natürlich mit dem Wissen, dass ich mit Bestimmtheit zurückkehren werde.

Und so geht es den meisten meiner Kunden. Wenn Du nur eine halbwegs gute Woche erlebst, kann es sehr wohl sein, dass Du zum Wiederholungstäter wirst und in ein, zwei Jahren erneut losziehst, um das nächste Heliski-Abenteuer zu erleben. Als Souvenir und inspiratives Bilderbuch schaue ich heute noch «Heli-Ski: The Cariboos & Monashees» von Neil und Linda Rogers an – ein Meisterwerk, das nie seine Faszination verloren hat. Genauso wie diese Anekdote, die ich noch immer gerne erzähle.

Stark genug?

Du bist nicht sicher, ob Du stark genug für Heliskiing fährst? Melde dich bei uns. Gerne auch mit einem Video-Check-up. Wir waren mit tausenden Skifahrern beim Heliskiing und kennen alle Gebiete. So können wir mit Dir einschätzen, wo Du am meisten Spass im Powder hast!

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