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Was ist Treeskiing?

Ein natürlicher Slalom durch das Winterwonderland Kanada, Powdern im Märchenwald oder einfach Treeskiing – Waldabfahrten sind das Grösste für fortgeschrittene Freerider. Vor allem in Weltklasse-Treeskiing-Gebieten wie den Monashees, den Selkirks, den Cariboos oder der McGregor-Range.
Doch ist Treeskiing gefährlich? Was sollte man beachten? Und vor allem: Warum macht es so unglaublich viel Spass? TRAVELZONE gibt Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen des Treeskings.

  1. Wie ist das Terrain beim Treeskiing?

Das kommt darauf an, ob man im gesicherten Skigebiet fährt oder im offenen Gelände. In Nordamerika ist es üblich, dass Skigebietsbetreiber nicht nur die präparierten Pisten vor Lawinen sichern, sondern die gesamte Fläche – also auch die Wälder abseits der Pisten, welche ideal zum Treeskiing sind. Diese werden nämlich im Sommer häufig fürs Treeskiing präpariert. Beim sogenannten «Gladed Terrain» werden Büsche und Gestrüpp entfernt sowie eng stehende Bäume ausgedünnt, um ideale Bedingungen zum Treeskiing herzustellen. Im offenen Gelände, zum Beispiel beim Heli- oder Catskiing, ist das natürlich nur selten möglich, aber die Guides kennen das Terrain in- und auswendig und wissen, wo die schönsten Hänge zum Treeskiing sind.

2. Welches Equipment brauche ich zum Treeskiing?

Besonderes Equipment braucht man zum Treeskiing nicht. Das zum Freeriden übliche Safety-Equipment sollte allerdings auch auf Waldabfahrten immer dabei sein. Ausserdem gilt es, einige Dinge zu beachten. Die Handgelenke sollten bei der Abfahrt nicht in den Schlaufen der Skistöcke sein. Denn wenn Du mit dem Stock mal in einem Baum hängenbleibst, sinkt auf diese Weise das Verletzungsrisiko. Auch die Skibrille solltest Du beim Treeskiing unbedingt tragen, da kleine Äste schnell mal ins Auge gehen können. Falls das Brillenglas für die Waldabfahrt zu dunkel ist, gilt es ein helleres Ersatzglas dabei zu haben.

3. Wie fahre ich beim Treeskiing?

Welche Line die beste ist, kann man nicht pauschal beantworten. Jedoch solltest Du so nah wie möglich an der Falllinie fahren – also geradewegs nach unten statt im Zickzack. Am besten suchst Du von oben eine schöne Linie ohne fremde Spuren, da Du Dein Tempo im unverspurten Schnee viel einfacher kontrollieren kannst. Bei der Abfahrt gilt es, statt der Baumstämme die Lücken dazwischen anzuvisieren. Wer auf den Stamm schaut, fährt dagegen. Ein gleichmässiger Rhythmus, bei dem auf jeden Schwung ein Atemzug folgt, zahlt sich aus. Dafür solltest Du auch etwas Geschwindigkeit aufnehmen, denn so fallen die engen Schwünge leichter. Und dann kommt vor allem das «Buddy-System» zum Tragen: Du fährst mit Deinem Kumpel gemeinsam los und Ihr seid in Sichtweite (Abstand zwei Schwünge) und durch konstanten «Lärmkontakt» – jodelnd oder mit anderen Lauten – in Verbindung. Der Wald schluckt den Schall, sodass man nie zu weit voneinander wegfahren sollte. Wechselt Euch auch in der Führungsrolle ab, damit Ihr ein Tempo findet, dass für Euch beide gut ist. Falls einer von Euch stürzt, ist der «Buddy» gleich da zum Helfen.

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Martin Weber

4. Ist Treeskiing gefährlich?

Wer die wichtigsten Regeln befolgt und einen ortskundigen Guide an seiner Seite hat, kann bedenkenlos Waldabfahrten meistern. Es gilt jedoch ausnahmslos, niemals allein zum Treeskiing aufzubrechen, sondern immer einen Partner mitzunehmen.  Die Gefahr beim Treeskiing liegt in den sogenannten «Tree-Wells». Doch was verbirgt sich dahinter? Es sind die Trichter rund um grosse Bäume, in denen kein Schnee liegt. Je nachdem, wie viel Schnee ein Hang im Laufe der Saison abbekommt, kann so ein Trichter mehrere Meter tief sein. Um nicht in so einen Tree Well hineinzufallen, sollte man sie möglichst grossräumig umfahren. Und falls es doch dazu kommt, gilt es, Ruhe zu bewahren. Denn wer sich bewegt und versucht herauszukommen, rutscht oft in dem lockeren Schnee noch tiefer hinein. Jetzt ist es wichtig, dass der «Buddy» in der Nähe ist und schnellstmöglich zu Hilfe eilt, indem er sich zur verunglückten Person – notfalls von unten schräg mit der Schaufel – vorarbeitet.

5. Warum ist Treeskiing so beliebt?

Treeskiing ist nicht nur das Alternativprogramm für Schlechtwettertage beim Cat- oder Heliskiing, sondern eine aufregende Disziplin an sich. Die Ruhe des Waldes, die Nähe zur Natur und die rhythmischen Schwünge können ein magisches Glücksgefühl heraufbeschwören. Zwei, drei Schwünge, dann über einen kleinen Absatz springen und zwei Meter weiter unten im bodenlosen Powder landen, immer und immer wieder – was will ein Freerider-Herz mehr? Zudem sorgt der Teamgedanke für eine aussergewöhnliche Atmosphäre beim Treeskiing. Die Schneequalität ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor für die Beliebtheit von Waldabfahrten. Selbst Tage nach dem letzten Schneefall findet man im Wald noch echten Powder, der im Schatten der Bäume konserviert wurde.

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